Spanisches Fernsehen nimmt Stierkämpfe aus dem Programm
Sonntag, 9. Januar 2011Der Stierkampf gehört zur spanischen Kultur. Und auch wenn viele Spanier dieses Unterhaltungsprogramm verabscheuen, hat sich keine Mehrheit gebildet, um den Stierkampf in Spanien komplett zu verbieten. Selbst nach schweren Unfällen, wo Stiere etwa in die Zuschauermenge springen oder Torreros schwer verletzten, erschallen die Stimmen um ein Verbot des Stierkampfs in Spanien nur sehr leise und verschallen schnell aus der Öffentlichkeit. Nun geht das spanische Staatsfernsehen RTVE einen Schritt nach vorne und will keine Stierkämpfe mehr ausstrahlen.
Ein Erfolg für Tierschützer und alle, die den Stierkampf in Spanien verabscheuen: Der spanische Staatssender RTVE will in Zukunft keine Stierkämpfe mehr ausstrahlen. Als Grund nannte der spanische Sender RTVE allerdings, dass die Stierkämpfe deshalb nicht mehr ausgestrahlt werden, da die Live-Sendungen immer dann laufen, wenn viele junge Zuschauer vor dem Fernseher sitzen. Das dürfe das spanische Staatsfernsehen nicht verantworten, da die Stierkämpfe besonders grausam seien und nicht für junge Zuschauer geeignet.
In Spanien tobt seit Jahren eine hitzige Diskussion um den Stierkampf. Millionen Befürworter des Stierkampfes verteidigen die jahrhundertealte Tradition. Ebensoviele jedoch kennzeichnen den Stierkampf als grausam und Tierquälerei.
Das Regionalparlament Kataloniens hat im Juli 2010 ein Verbot von Stierkämpfen erlassen. Zuvor haben die Kanarischen Inseln in Spanien das erste Stierkampfverbot erlassen.